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Allalinhorn (4027m): Nur für Klaustrophobiker unerreichbar

Monday, August 15th, 2011

Berühmt ist es wohl, berüchtigt höchstens für den Stau vor seinem Gipfelkruez: das Allalinhorn. Man kennt es. Ein Viertausender halt, wie viele seiner zahlreichen Besteiger subito betonen, wenn sie über ihren heroischen Gipfelsturm zu referieren beginnen. Denn darum geht es dort oben, um die geknackte Marke. Hätte die Alpenfaltung das Allalinhorn 28m kleiner geformt, wäre der Rummel auf seiner Normalroute mit Bestimmtheit nicht halb so gross. Und gäbe es zudem keine Bergbahnen, mit welchen abgekürzt werden kann, würde wohl schon das blosse Wissen um seine Existenz am Dorfausgang von Saas Fee enden. Tut es aber nicht. Und so kamen auch wir von weit her um die Bergtour mit der vielleicht schlechtesten Energiebilanz des Alpenhautkammes in Angriff zu nehmen.
Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Die eigentliche Besteigung hat mir gefallen. Der Aufstieg über den Feegletscher via Feejoch (3826m) verlief problemlos. An den Verhältnissen gab es nichts zu beklagen, das Wetter war perfekt und die Aussicht von der Poebene bis zu den Berner Alpen und vom Unterwallis bis in die Ostschweiz überwältigend. Sogar den Gipfel hatten wir temporär für uns alleine, was an einen Glücksfall grenzt.
Dennoch scheint es mir zumindest fragwürdig, wenn man auf einer Tour fast mehr Zeit in Bahnen verbringt als an der frischen Luft und sich das Pièce de Résistance eher in der anstehenden Menschenmasse an der Talstation manifestiert als weiter oben in Schnee und Eis. Nachfolgend ein paar Fotos, welche diese Kehrseiten weitgehend ausblenden und stattdessen die für mich grossen Momente am Allalinhorn zeigen.