Archive for January, 2010

Snowboarder-Bubentraum: Die Niesen W-Flanke

Thursday, January 28th, 2010

Ein Projekt, welches unter meinen (Exil-)Wimmiser-Kollegen seit Jahren, bald Jahrzehnten, immer wieder aufgegriffen wird ist die Winterabfahrt vom Niesen über seine mehr als 800m hohe Westflanke. Angepackt hat man das Vorhaben dann aber doch nie – bis jetzt.

Letzten Freitag: Die Lawinensituation ist günstig. Mir warten nahrhafte 1700 Höhenmeter. Bald ist klar, dass ich der erste bin, der sich heuer dem Niesen annimmt. Daraus folgt primär viel Spurarbeit. So wühle ich mich mit meinen für tiefen Pulver nicht gerade zweckmässigen Schneeschuhen langsam den Hang hoch. Einen Schritt vorwärts, einen halben zurück… Beim angeschlagenen Tempo habe ich keine Chance auf den Gipfel. So kommt es zur Planänderung: Ich stoppe beim Obere Stalden (1704m), versorge mein Snowboard dort in einem Stall und gehe wieder runter. So ist für morgen bereits gespurt und ich werde ohne das Gewicht des Snowboards schnell wieder aufsteigen können.

Samstag. Ich muss noch einmal ran. Beim Obere Stalden bin ich dank der Spur von gestern nun in weniger als zwei Stunden. Ab da gehts in der regelmässigen Flanke hoch. Immer schön steil, warm und sonnig. Die Wasserflasche ist schon jetzt leer. Ich versuche, abgeblasene Stellen auszumachen, auf welchen die Schneeschuhe besser greiffen und auf welchen in der Falllinie aufgestiegen werden kann. Dazwischen aber immer wieder tiefer Pulver, der mir zunehmend an die Substanz geht. Nach vier Stunden schliesslich doch auf dem Gipfel, ziemlich K.o.. Grandiose Rundsicht von den Hochalpen über das verschneite Mittelland bis zum Jurabogen. Die Abfahrt über die W-Flanke war einzigartig. Weiter unten wirds zunehmend eng und steinig. Ein paar Kratzer im Belag erwische ich noch, die meine tiefe Befriedigung nach der schönen und für mich speziellen Tour aber in keinster Weise schmälern können.

Nachtrag vom 9. Februar: Gestern hat sich auf der hier beschriebenen Route ein Unfall ereignet (Bericht Berner Oberländer). Ein Mann wurde von einer Lawine verschüttet, konnte aber gerettet werden. Die Lawinengefahr war auf Stufe 3 (erheblich), welche nur bedingt kompatibel mit dieser Tour ist. Per Definition ist die W-Flanke ein Steilhang. Bei Stufe 3 ist die Schneedecke in einem solchen häufig nur mässig bis schwach verfestigt.

Als Warm-up aufs “Chumi”

Sunday, January 24th, 2010

Meine Snowboard-Tourensaison hat begonnen, wenn auch die Schneemengen bisweilen unterdurchschnittlich sind für die Jahreszeit. Zum Angewöhnen war ich auf dem Chumigalm (2125m): Eine durchwegs einfache Tour, die auch bei nicht optimaler Lawinensituation in Betracht gezogen werden kann. Einzig der relativ steile Gipfelhang geht wohl als WS durch. Das “Chumi” ist auch super mit dem ÖV zu machen: Mit dem Zug bis Zweisimmen (947m), fünf Minuten über den Flugplatz spazieren und gleich ennet der Simme der Nase nach hoch…

Während dem Aufstieg eröffnen sich schöne Blicke ins Saanenland und ins Spillgertenmassiv. Die Aussicht auf dem Gipfel ist in Anbetracht der doch eher bescheidenen Höhe erstaunlich. Auch eindrücklich war die riesige Gipfelwächte, die man beim Gipfelzwipf besser neben statt unter sich hat ;-) Die Abfahrt war dann erwartungsgemäss ein Wechselbad der Gefühle und der Verhältnisse. Der Gipfelhang ziemlich abgeblasen und ruppig, anschliessend feinste Powderpassagen, unterhalb von ca. 1550m Bruchharst und ganz unten ein Tänzeln zwischen Schnee und Gras.

Von der gelben zur weissen Lärche

Friday, January 15th, 2010

Das Jahr 2009 ging dort zu Ende, wo es begonnen hatte. Dort, wo es in den letzten Jahren immer begonnen hat: im Oberengadin. Überhaupt entwickelte sich dieses Hochtal zu einer meiner Lieblingsgegenden, mitunter zum Fotografieren. Sechsmal war ich 2009 da, davon einmal im Oktober, der Zeit der gelben Lärchen und des ersten Schnees, und ein letztes Mal zum Jahresende. Ein paar Impressionen.

Erste Felderfahrungen mit dem Pol-Filter

Sunday, January 10th, 2010

Meine vorallem aus Gründen des Gewichts eher spartanisch gehaltene Foto-Ausrüstung erfuhr vor einigen Monaten eine feine, leichtgewichtige Erweiterung. Neu tut ein längst budgetierter Zirkular-Polarisationsfilter Hoya PRO 1 Digital seine Dienste vor der Linse. Die “Probezeit” ist nun abgelaufen und folgende Erfahrungen sind erwähnenswert:

Der Filter vignetiert bei kurzen Brennweiten (in meinem Fall bei 18mm) etwas in den Ecken, was (mich) aber nicht sonderlich stört. Auch frisst er merklich Licht weg (1-2 Blenden). Da er draussen nicht bei allen Konditionen zu besseren Ergebnissen führt, muss man ihn gelegentlich an- und abmontieren. Das Mühsame dabei ist, dass ich das Teil manchmal kaum noch aus dem Filtergewinde im 67mm-Objektivring bringe. Ob das am zu kleinen Nikkor-Objektiv oder am zu grossen Filter liegt, oder das einfach so sein muss, sei dahingestellt… Dies ist nun aber definitiv genug der Kritik: Das Plus an Farbsättigung bei guten Bedingungen macht allen Tadel locker wett. Nachfolgend ein paar Ergebnisse mit dem Pol-Filter.