Die Besteigung der Simmenfluh gehört bestimmt nicht zu den grossen alpinistischen Unterfangen in der Region. Die 800hm durch die felsige und ausgesetzte aber unproblematische SW-Flanke finde ich aber auch nach der x-ten Besteigung immer wieder lohnend. Letzten Sonntag überschritt ich die drei Gipfel Sonnighorn, Mittagflue und Hinterhorn von Osten nach Westen.
Seit die Simmenfluh letztes Jahr in Folge eines Artikels im SAC-Magazin “Die Alpen” einen Popularitätsschub erfuhr, scheinen Bestrebungen im Gang zu sein, den Aufstieg mit zusätzlichem Sicherungsmaterial und Markierungen zu entschärfen. In einem Kamin im Schlussaufstieg zum Sonnighorn wurde jetzt wohl sogar eine ganze Felsstufe abgebrochen, um den Weg zum Gipfel zu erleichtern. Eine derartige Entwicklung widerstrebt mir – ebenso der ganze Hype um die Klettersteige. Mich nervt die Tatsache, dass Berge, deren Besteigungen über dem eigenen Niveau liegen, nicht als unbesteigbar akzeptiert werden können. Im Gipfelverzeichnis von Roman Koch sind 5′730 Schweizer Gipfel über 2000m eingetragen – da sollte es ja wohl für jeden was dabei haben. Mein Unverständnis gilt nicht punktuellen Entschärfungen von gefährlichen Stellen, sondern den Tendenzen in unserer Freizeitgesellschaft, alles jedem ermöglichen zu müssen. Nicht dass ich die Gipfelerlebnisse anderen nicht gönnen würde. Es geht um Entehrung von Bergen, Schmälerung der Wildnis und Erschliessung von Rückzugsgebieten für ein zu grosses Publikum. Ein Problem, das viele Gesichter hat und hier wohl nicht das letzte mal thematisiert wurde.