Archive for August, 2008

Piz Albris (3166m) und Piz Languard (3262m)

Thursday, August 14th, 2008

Mein in diesen Sommerferien bereits zweiter Aufenthalt im Oberengadin ist schon wieder Geschichte und mit ihm wohl auch die hochsommerlichen, alpinen Aktivitäten (zumindest lassen dies die Wettervorhersagen berfürchten). Während ich mit Retu und Thömu im Juli im Celerina weilte, war ich dieses mal bei Muriel in Madulain zu Besuch. Kernstück unserer Zeit dort oben war ein zweitägiger Trip auf die Gipfel des Piz Albris (3166m) und des Piz Languard (3262m).

Durchs Val da Fain kommend bestiegen wir am Samstag zuerst den Piz Albris, welcher uneingeschränkte Aussicht auf die Bernina-Gruppe bietet. Anschliessend stiegen wir auf die 2848m hohe Fuorcla Pischa hinunter und steuerten die Georgy-Hütte (in der Nacht eher Georgy-Sägerei oder Georgy-Kühlhaus) am Piz Languard an. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir den Gipfel, verbrachten in der Folge eine kalte Nacht im Betten-Lager der 3200m hoch gelegenen Capanna und standen zum Sonnenaufgang bereits ein zweites Mal auf dem höchsten Punkt. Ein schönes Schauspiel der Natur, den Tag so erwachen zu sehen!

Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf den Abstieg da wir einen weiten Weg vor uns hatten: zuerst zur Segantini-Hütte, dann durchs Val Muragl, über die Fuorcla Muragl ins Val Prüna und schliesslich durchs Val Chamuera bis zur “home base” nach Madulain. Eine weite aber extrem schöne und ab der Fuorcla Muragl auch sehr einsame Wanderung bei bestem Spätsommerwetter.

Niesen in Rekordzeit

Thursday, August 7th, 2008

Der fortgeschrittene Bergsommer scheint sich langsam auf die Puste auszuwirken. Bei der gestrigen “Trainingsbesteigung” meines Hausberges konnte ich wegen einem drohenden Gewitter eine neue persönliche Bestzeit erzielen. Die Front nahte vom Fromberghorn heran und machte mir dermassen Angst, dass ich im oberen Teil den Nachbrenner zünden musste :-) Für die 1′662 Höhenmeter von Wimmis auf den 2′362m hohen Niesen gings 1h 52min. Ich ging die direkteste aller mir bekannten Routen auf der Nordseite: von Wimmis ins Hindere Ahorni, dann durch die grosse Geröllhalde auf den Mittelgrat (NW-Grat) und von dort schnurgerade auf den Gipfel. Sie ist ihrer schönen Tiefblicke wegen übrigens auch für gemächlichere Aufstiege empfehlenswert.

Auf der Südseite des Niesens befindet sich ein SwissTopwalk, bei welchem man sich, mit einem Chip ausgestattet, die Zeit für den Aufstieg messen lassen kann. In der ewigen Rangliste der Männer wäre ich mit meiner Zeit momentan auf Platz 95. Verbesserungsfähig! ;-) Wie man jedoch in 1:16:14 rauf kommt, wie das einer am 19.08.07 getan hat, ist mir ein Rätsel…

Alles neu und schön…

Wednesday, August 6th, 2008

snowplow.ch erfährt wieder einmal einen Relaunch. Geplant ist eine einfache Blog-Seite, die sich voraussichtlich mit Bergsport, Fotografie und vielleicht noch mit ein paar Aktualitäten aus der weiten Welt auseinandersetzen wird – so genau weiss ich das auch noch nicht. Es wird sich aber sicher wieder etwas tun demnächst. Also bei Gelegenheit wieder reinschauen!

Doldenhorn (3638m) am 3. August 2008

Tuesday, August 5th, 2008

Die Bilanz des letzten Wochenendes ist für den Bergsport in nationaler und internationaler Hinsicht nicht berauschend: in den Schweizer Bergen kamen fünf Leute ums Leben (darunter einer am Fitzer bei Adelboden) und ein paar Täler weiter am K2 fielen elf Bergsteiger einem Eisabbruch zum Opfer.

Mir erging es besser. Ich durfte mit der Besteigung des Doldenhorns eine meiner wohl bisher schönsten Bergtouren verzeichnen und stand zugleich das erste mal auf einem der höchsten Gipfel des westlichen Berner Oberlands, einem aus dem Klub der 3600er: Balmhorn, Doldenhorn, Altels und Blüemlisalp.

Zusammen mit Tim ging’s am Samstag Nachmittag in Kandersteg los in Richtung Doldenhornhütte SAC, wo wir eine kurze Nacht verbrachten. Um 3:00 Uhr nahmen wir den Aufstieg in Angriff – zuerst in dichtem Nebel, dann plötzlich unter sternenklarem Himmel. Bei Tagesanbruch gelangten wir zum Doldenhorngletscher und ich konnte meine neuen Steigeisen ausprobieren (halten wie die Sau ;-) ). Wir fanden gute Firnverhältnisse vor und standen schliesslich kurz nach 8:00 Uhr oben – um uns herum ein gewaltiges Panorama.

Eine Begehung in den kommenden Wochen könnte wegen der ziemlich starken Ausaperung der Schneebrücken über einige wenige Bergschrunde und Spalten bald schwieriger werden. Ein früher Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall.

Im zweiten Anlauf auf die Bütlasse (3193m)

Monday, August 4th, 2008

Mein Vater und ich haben seit letzem Herbst eine offene Rechnung mit der Bütlasse. Damals mussten wir unseren Begehungsversuch auf einer Höhe von knapp 2900m abbrechen. Die z.T. schon eisigen Bedingungen erschienen uns damals zu riskant und zwangen uns zur Umkehr. Fest entschlossen, dieses mal rauf zu kommen, gingen wir die 3193m hohe Nachbarin des Gspaltenhorns am 25. Juli noch einmal an. Dieses mal mit jenen Eispickeln, die wir letzten Herbst so schmerzlich vermisst hatten.

Und tatsächlich, im zweiten Anlauf war uns die Besteigung nicht vergönnt. Aber auch dieses mal waren die Bedingungen (resp. unsere Ausrüstung) nicht optimal. Nachdem wir um 6:30 Uhr bei der Griesalp losgegangen waren, erreichten wir nach gut vier Stunden Aufstieg die Höhe, auf welcher wir letztes Jahr Kehrt machten. Erschwerend waren heuer die Restschneebänder, die sich auf der ganzen Länge durch die Geröllhalde zogen und immer noch tief gefroren waren. Wir hatten keine Steigeisen dabei und mussten folglich mühsam Tritte in den Firn schlagen um die Schneefelder passieren zu können. Nahrhaft! Anschliessend gings vergleichsweise rasant auf den Gipfel, wo man eine eindrückliche Aussicht hinüber zum Gspaltenhorn, zur Blüemlisalp und zum Rest der Berner und Walliser Hochalpen hat. Der Abstieg gestaltete sich dank der Sonneneinstrahlung dann einfacher. Trotzdem ist es empfehlenswert, sich an diesem Berg nicht ohne Steigeisen und Pickel zu versuchen.